Sanierung einer Versickerungsmulde mit technischem Filter
Eine Versickerungsmulde entwässert eine gewerblich genutzte Fläche eines Logistikareals in Ötigheim. Nach 13 Jahren Betriebszeit wurde bei einer routinemäßigen Überprüfung eine überhöhte Ablagerung von Schwermetallen in tieferen Bodenschichten nachgewiesen. Daraufhin musste die Versickerungsmulde unter Berücksichtigung der aktuellen Richtlinien und dem Wunsch nach einer langen, wartungsarmen Betriebszeit saniert werden.
Sauberes Grundwasser als oberstes Gebot
Die Versickerungsmulde ist an eine Fläche angeschlossen, die mittelstark bis stark frequentiert wird. Stapler- und LKW-Verkehr hinterlassen dabei Reifenabrieb und andere Schadstoffe, die mit dem Regenwasser von der Fläche abgetragen werden. An den beiden Einlaufstellen der Mulde wurde bei einer routinemäßigen Kontrolle festgestellt, dass sich in diesen Bereichen Schwermetalle konzentrieren und die Schadstoffe dort bereits in tiefere Bodenschichten vorgedrungen sind.
Um einer Grundwasserverunreinigung vorzubeugen, mussten die belasteten Bodenschichten abgetragen und sachgerecht entsorgt werden. Denn als oberstes Gebot gilt immer, eine Überschreitung der Vorsorgewerte gemäß der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung zu verhindern.
Oktober 2020: Beim Beproben der Bodenschichten wurden relevante Schadstoffkonzentrationen bis in 60 cm Tiefe nachgewiesen
Oktober 2020: Die dunkle Färbung wird durch den eingetragenen Reifenabrieb und andere Schadstoffe verursacht
Langfristige Funktionsfähigkeit im Fokus der Sanierung
Für die Sanierung der Versickerungsmulde sollten die Empfehlungen der Richtlinie DWA A-178 berücksichtigt werden. Die Richtlinie empfiehlt, einen technischen Filtersand für eine gleichmäßige Auslastung des Bodenfilters zu verwenden. Das Substrat sollte dabei möglichst keine bindigen Anteile enthalten, um eine homogene Durchströmung zu gewährleisten. Außerdem war den Bauherren bei der Sanierung wichtig, dass das Filtermaterial lange Betriebszeiten ohne Wirkungsverlust aushält.
Für eine langfristig wirksame Versickerungsmulde braucht es also ein Material, das über große Zeiträume hinweg seine Filtereigenschaften beibehält. Denn solange sich die Schadstoffe an der Oberfläche einer Mulde konzentrieren, ist die Mulde voll funktionstüchtig. Das Substrat CARBOTEC 10 ist ein maßgeschneidertes, carbonathaltiges Filtersubstrat für die dauerhafte Abtrennung von Schadstoffen mittels Oberflächenfiltration. Es bietet nicht nur lange und zuverlässige Sicherheit, sondern bedeutet auch wenig Pflege und Wartung.
Überprüfung der Sanierungsmaßnahme bestätigt sehr hohe Reinigungsleistung von CARBOTEC 10
Drei Jahre nach der umfangreichen Sanierung der Versickerungsmulde in Ötigheim wurde eine externe Überprüfung der Funktionalität des technischen Substrats in Auftrag gegeben. Im Januar 2024 wurde eine zulaufnahe Beprobung durchgeführt. Etwa 2 m vom Zulaufkanal entfernt wurde ein rund 60 cm tiefes Bodenprofil ausgehoben und schichtenweise beprobt. Die Analysen ergaben, dass das sandige Filtersubstrat 99,7% des insgesamt akkumulierten Zinks in Sediment und den obersten 20 cm Filter deponiert hat. Nur 0,3% wurden in den Filterschichten unterhalb von 20 cm gefunden. Die Sanierung der Mulde war somit erfolgreich und CARBOTEC 10 hat sich als hochwirksames technisches Filtersubstrat bewiesen.
Vergleich der Muldenbelastung von Oktober 2020 (links) und Januar 2024 (rechts): Trennscharf hebt sich die abfiltrierte Schadstofflast vom darunterliegenden technischen Substrat ab. Es hat keine Tiefenverlagerung von Zink mehr stattgefunden.
CARBOTEC 10 – carbonathaltiges Filtersubstrat
Für eine dauerhafte, zuverlässige Filtration von Oberflächenwasser
Das Filtersubstrat CARBOTEC 10 ist in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) speziell für die Verwendung in Versickerungsmulden entwickelt worden. Hierfür sind Substrat-Zusammensetzung mit einem hohen Carbonatanteil, Korngrößenverteilung sowie Durchströmungsverhalten erforscht worden. Die Vorteile von CARBOTEC 10 sind:
Es filtert nachweislich mehr als 99 Prozent der Feststoffe (AFS und AFS63), der Schwermetalle Zink und Kupfer, sowie Leichtflüssigkeiten (Mineralölkohlenwasserstoffe) aus dem Wasser.
Es verfügt über eine spezielle Sieblinie, die auch sehr kleine Partikel (≤ 63 Mikrometer = AFS63) sicher zurückhalten kann.
Es ist witterungsunempfindlich (Widerstand gegen Frost- und Tauwechsel).
Es ist ein mineralisches Material natürlichen Ursprungs, frei von Schadstoffen und ökologisch unbedenklich.